09.04.2026
- Kaninchenhoehle

- vor 3 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

RHD ist so viel mehr als das, was auf dem Papier steht.
Man liest über Verläufe, Inkubationszeiten und Wahrscheinlichkeiten und denkt, man hat es verstanden.
Man hat das Gefühl, vorbereitet zu sein. Dass man weiss, worauf man achten muss und was passieren kann. Und dann steht man plötzlich mittendrin und merkt, dass nichts davon wirklich greifbar ist.
Es ist dieses Gefühl. Alles nach aussen wirkt ruhig. Die Tiere scheinen unauffällig. Sie fressen und bewegen sich wie immer – und in dir arbeitet trotzdem ständig etwas. Eine Unruhe, die nicht weggeht. Ein Gedanke im Hinterkopf, der bleibt.
Ich merke, wie sich mein Blick verändert hat. Ich schaue nicht mehr einfach hin – ich suche. Nach kleinsten Zeichen. Nach Dingen, die vielleicht gar nichts bedeuten. Ich interpretiere ohne Pause. Und gleichzeitig weiss ich, dass ich trotzdem nicht alles sehen kann. Dass es mich jederzeit wieder überraschen kann.
Und das macht etwas mit einem. Mehr, als man sich eingestehen möchte.
Tränen fliessen, ständig. Der Körper steht unter Spannung, als würde er nie zur Ruhe kommen. Wie auf Nadeln, die ganze Zeit.
Von Telefonat zu Telefonat.
Mit Tierärzten, mit Behörden, mit Ämtern.
Immer wieder erklären, immer wieder neu durchdenken. Immer wieder versuchen, alles richtig zu machen. Auf der Suche nach dem Perfekten. Auf der Suche nach Schutz.
Wir wollen, wir müssen, aus dieser Prüfung lernen. Und wir werden. Im Moment lehrt uns jeder Tag, sogar oft jede Stunde, etwas, was uns am Ende des Tages besser und stärker machen wird.
Und heute? Man funktioniert. Man macht weiter. Man entscheidet, handelt, reagiert.
Innerlich bleibt da dieses Gefühl von Unsicherheit. Von Kontrollverlust.
Und manchmal auch von Ohnmacht.
Und obwohl man weiss, dass vieles ausserhalb der eigenen Kontrolle liegt, lässt einen dieser Gedanke nicht einfach los.
Und dann geht es weiter.
Ein neuer Tag. Neue Beobachtungen. Neue Hoffnung, dass es jetzt vielleicht ruhig bleibt.
Und gleichzeitig die leise Angst, dass es das nicht tut.
Für die Tiere ist man da. Immer.
Aber man selbst bleibt irgendwo dazwischen stehen.
Zwischen Hoffnung und Angst.
Zwischen Wissen und Gefühl.
Und irgendwann ist da dieser Punkt, an dem man einfach nur noch möchte, dass es aufhört.
Dass es einfach zu Ende ist.



Kommentare